11
Jan
2013

Schritt für Schritt

Trotz meines Studiums war mein beruflicher Werdegang nicht gerade ein Paradebeispiel für eine Karriere. Mehrmals hab ich ganz von vorn anfangen müssen. Zum letzten Mal vor genau 10 Jahren hier im ÖD.
Doch es ging immer wieder bergauf, so auch hier. Seit drei Jahren hab ich nun schon meine damaligen Chefs überholt, und der nächste Schritt deutet sich jetzt an. Allerdings ziemlich mysteriös.Vor Wochen sprach mich ein Teamleiter an, der mich unbedingt in seinem Team haben wollte. Ich bin aber von der Arbeit dort nicht so überzeugt und fragte einen Kollegen, der hier gute Connections hat, was er davon halte. Daraufhin hat er sich umgehört und mir schließlich abgeraten mit der Begründung, ich solle die Füße stillhalten, für mich würde sowieso gerade eine Stelle vorbereitet, auf die ich mich dann bewerben könne und solle. Mehr dürfe er mir aber nicht verraten .... Aha.
Nun bin ich also sehr gespannt, was mich in den nächsten Wochen erwarten wird. Alle tun sehr geheimnisvoll, ich weiß weder wo, mit wem, noch mit welchen Aufgaben man mich hier beehren möchte. Und keine Ahnung, warum man nicht vorher mit mir spricht, wenn die Stelle sowieso für mich gedacht ist (auch wenn man es nicht offiziell sagen darf, denn es ist ja trotzdem eine normale Ausschreibung, auf die sich jeder bewerben kann, der die Voraussetzungen erfüllt - es sei denn, man findet Alleinstellungsmerkmale, die nur ich besitze). Aber ich hoffe, das klärt sich alles bald auf, wenn die Ausschreibung hängt.
Und wer weiß, vielleicht bin ich dann in einem Jahr schon Präsident hier :-)))

8
Jan
2013

Das letzte Kapitel

Nun ist es also wohl endlich soweit - das letzte Kapitel meiner Ehegeschichte wird aufgeschlagen. Nachdem die Scheidung bereits durch ist, haben wir uns immer noch nicht über einen nachehelichen Unterhalt geeinigt. Dabei sei angemerkt, dass sie Haus und Auto behalten hat, als ich ging. ICH hab bei null angefangen. Und trotzdem hat sie diverse freiwillige Angebote meinerseits für eine Einmalzahlung nach der Scheidung ausgeschlagen. Nun hab ich ein drittes Mal mein Angebot in für mich schwindelerregende Höhen erweitert und endlich ihr okay bekommen. Noch eine Überweisung, dann ist es geschafft und ich kann mich wieder um mein eigenes Leben kümmern.
Schön, dass sie mir dann hinterher erzählt hat, dass ihr Freund im Herbst bei ihr einziehen wird ...

6
Jan
2013

Sonntagsgedanken

Ich hatte neulich ein Kommunikationsseminar (ich bilde mir eigentlich ein, so etwas nicht unbedingt zu benötigen, aber man lernt doch immer wieder mal noch etwas Neues ...), da ging es u. a. um das Rollenverständnis und darum, in wie viele verschiedene Rollen man im Laufe eines Tages schlüpft.
Wenn man mal genauer darüber nachdenkt, ist es wirklich erstaunlich. Das fängt bei mir schon im Internet an. Da ich mich stark ehrenamtlich engagiere, hab ich in dem betreffenden Portal bzw. auf der FB-Seite meine "Rolle". Ich hab hier im Blog eine ganz andere, bei meinen gelegentlichen Ausflügen in die Twit*er-Welt wieder eine andere, da es keine Verbindung zum Blog oder FB gibt. Dann die Single-Börse, IT-Foren ...
Und kaum verlässt man das Haus, kommen viele weitere dazu - den fremden Menschen in der Bahn gegenüber, bei Kollegen, Kunden, Freunden usw. Und in jeder Rolle wird ein bestimmtes Verhalten erwartet und man stellt sich selbst in einer ganz bestimmten Art und Weise dar. Das meint natürlich nicht, dass man sich überall verstellt, man bleibt trotzdem (hoffentlich) authentisch. Aber ich trete Freunden gegenüber logischerweise ganz anders auf, als ich das bei Kunden oder Kollegen tun würde. Und damit ist auch immer die Kommunikation etwas anders, und doch stelle ich mich ganz automatisch darauf ein.
Ist doch irgendwie spannend, oder? :-)

4
Jan
2013

Neues Jahr, alter Frust

Neues Jahr, neues Glück - also warum nicht mal wieder einen Blick auf die Single-Börse werfen. Dass ich dort von Frauen nie aktiv angeschrieben werde, kenne ich schon, dass Frauen nur in den seltensten Fällen überhaupt reagieren, daran hab ich mich auch gewöhnt. Genau so ärgerlich ist es aber, wenn man jemanden anschreibt, daraufhin eine nette Nachricht mit einer Antwort und einer neuen Frage erhält, sich Mühe mit der nächsten Antwort gibt, und dann passiert - nichts mehr.
Ebenfalls enttäuschend ist es, wenn man jemanden wegen eines netten Profils anschreibt, sich eine vergleichsweise nette Konversation ergibt und dann nach kurzer Zeit klar wird, dass in dem Profil nicht mal das Alter stimmt - plötzlich ist die Frau nicht mehr drei, sondern elf Jahre älter als ich. Ich hab keine Lust herauszfinden, was noch alles gelogen ist ...
Und damit hab ich auch diesen Versuch erfolglos beendet und stelle mir die Frage, ob es wirklich Sinn macht, dem persönlichen Glück unter die Arme zu greifen? Bald drei Jahre bin ich nun dort angemeldet - ohne den geringsten Erfolg. Vielleicht sollte ich doch warten, bis das Glück zu mir kommt.

1
Jan
2013

Geschafft

Die Straße vor meinem Haus gleicht heute Morgen einem Schlachtfeld. Ohne Pause seit gestern 14 Uhr sind Halbstarke und Menschen, deren IQ vermutlich kaum messbar ist, dabei, sich Knaller und Kanonenschäge vor die Füße zu werfen, Raketen in die Kleingartenanlage zu schießen und offenbar Ihre gesamten Ersparnisse in die Luft zu blasen. Selbst jetzt, um halb neun des neuen Jahres, knallt es immer noch ...
Ja, ich mag es durchaus, mich an einer Rakete zu erfreuen, aber dann reicht es auch wieder. Was soll nur diese Knallerei, die noch dazu in jedem Jahr lauter wird, sodass man meint, jetzt sei wirklich eine Bombe explodiert? Und was treibt die Menschen dazu, Millionen für diesen zweifelhaften Spaß auszugeben? Dafür, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen kann?
Der kleine Grünstreifen vor meinem Haus ist nun übersät mit - natürlich - liegen gelassenen Verpackungen, die Autos müssen auf der Straße Slalom fahren, weil diese Halbwüchsigen nicht mal in der Lage waren, die Flaschen für den Raketenabschuss wieder mitzunehmen.
Es war seit vielen Jahren das erste Mal, dass ich Silvester in der Stadt verbracht hab, und das erste Mal im Wedding, und ich muss ehrlich sagen, ich bin schockiert. Hätte nur jeder einen Euro seines Feuerwerks gespendet, wären viele Menschen glücklich gewesen. Ich jedenfalls werde noch heute fünf Euro für einen guten Zweck geben und MEIN Zeichen setzen wider diesen Irrsinn.

Ach ja - ein gutes neues Jahr wollte ich auch noch wünschen :-))

31
Dez
2012

Wie lieb!

Bevor mein Sohn gestern mit seiner Mutter zu deren Freund Richtung Süden aufbrach, hat er mich noch angerufen und darum gebeten, ich möchte doch E. unbedingt Bescheid sagen, dass sie sich mal beim Fratzenbuch einloggen soll. Warum, das wollte er mir nicht verraten. Also rief ich E. an, und sie fand eine Nachricht von ihm, in der er sie fragte, ob sie nicht dafür sorgen könne, dass ich an Silvester nicht allein bin, denn das fände er ganz traurig!
Nein, kann sie natürlich nicht, aber ich fand die Idee sehr, sehr süß. Als ich mit meinem Kind ein paar Tage zuvor darüber sprach, war er völlig entsetzt, wie ich diesen Abend allein verbringen könne. Und als ich dann noch andeutete, dass ich vielleicht auch schon um 22 Uhr ins Bett gehen würde, falls ich müde wäre, verstand er die Welt nicht mehr :-)

Den Abend werde ich nun also trotzdem allein verbringen, aber Lektüre und Wein stehen zur Verfügung, und die Gewissheit, dass ich jederzeit schlafen gehen kann, wenn ich müde sein sollte. Ansonsten werde ich mir dann um Mitternacht das Feuerwerk von meinem Balkon aus anschauen.
Doch schon jetzt Euch allen einen guten Rutsch in dieses neue Jahr! Ich bin gespannt, was es uns bringen wird ...

25
Dez
2012

Das war er also ....

... der Heilige Abend, mein erster in 46 Jahren, den ich allein verbracht hab. Gefühlt nicht viel anders als ein gewöhnlicher Sonntag. Ich gebe zu, ein paar Mal hab ich ein wenig geschluckt. Es ist eben DER Tag, den man mit seinen Lieben verbringt. Das wird einem in den Medien ständig erzählt, und in Mails und Anrufen gestern war immer wieder die Frage, was ich denn machen würde.
Nun denn, er ist vorbei, und in drei Stunden sitze ich bei Gans und Klößen am Tisch bei meinem Vater. In diesem Sinne: frohe Weihnachten :-)

21
Dez
2012

Ganz in Familie

Muss ich mich vielleicht doch schlecht fühlen? Bin ich minderwertig? Wenn ich derzeit gefragt werde, was ich an Heiligabend mache, und dann wahrheitsgemäß antworte, dass ich zu Hause sein werde, erhalte ich zwischen mitleidigem und entsetztem "Allein?" alle möglichen Reaktionen von Freunden, Bekannten und Kollegen.
Ist es denn so furchtbar, den Tag allein zu verbringen? Es wird zwar für mich das erste Mal sein, aber ich glaube nicht, dass die Welt untergehen wird (das tut sie ja ohnehin schon heute *g*). Besinnlich sein kann ich auch allein, und Geschenke muss ich mir halt selbst machen.
Ich gehe davon aus, dass ich auch am 25. weiterlebe, und an dem Tag bin ich bei meinem Vater zum Essen eingeladen. Dann werde ich also auch ganz in Familie sein.

Generation FB

Inzwischen hat man sich schon fast daran gewöhnt, dass Jugendliche und so genannte "Erwachsene" sich in öffentlichen Verkehrsmitteln am besten auf die am weitesten entfernt liegenden Plätze setzen müssen, um sich dann auch beim Reden so anschreien zu können, dass es aber auch der Schwerhörigste mithören kann. Offenbar sind es die Teenies gewohnt, auch noch so peinliche Details im Netz in alle Welt zu posten, sodass es im Bus genau so sein muss.
Aber das Gespräch gestern war dann doch noch mal etwas "Besonderes":
"Ey, Alter, ich brauch unbedingt was zu fic*en, Alter!"
"Was los, Alter?"
"Voll krass, der Ali hat 3 Freundinnen gleichzeitig am Start, Alter! Und ich? Ey, Alter, ich brauch auch was zu fic*en, sonst platz ich. Ich schwör Dir, Alter!"

Ich hab kurz überlegt, ob ich mitleidig gucken soll oder vielleicht dazwischen rufen: "Ich auch, Alter!". Aber ich hab dann doch nur aus dem Fenster geschaut :-)
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