Gestern Abend erreichte mich ein "Hilferuf" von E.: Sie ist mit den Vorbereitungen ihres Umzuges, also Kisten packen, Briefe schreiben, sonstiger Bürokratiekram, den man als Hausbesitzer leider hat, kaputte Heizung im neuen Domizil, Telefonkomplikationen (wäre auch ein Wunder, wenn das mal klappen würde), notwendige Sanierungen am Haus (Streichen), merkwürdige Feuchtigkeit unter der Spüle in der Küche, Baustelle genau vor der Haustür am Umzugstag ... Hat sie sich da zu viel zugemutet? Dann heute auch noch, nach monatelangem Schweigen, wieder Anfragen von ihrem Ex, ob sie es sich nicht vielleicht doch noch mal überlegen würde.
Ich war gestern Abend schon bei ihr und hab ein wenig geholfen (wodurch mein Wochenende komplett für die Katz war) und überlege gerade, ob ich nach der Arbeit noch mal "nach rem Rechten" sehen sollte. Am Umzugstag selbst muss ich arbeiten und kann ihr leider nicht helfen, aber das macht sowieso alles eine Firma. Dafür hab ich dann danach vier Tage für sie eingeplant (mit Frühstück auf der Terrasse und so ...).
Es bleibt zu hoffen, dass ihre Entscheidung richtig war und die Sorgen, die man als Hausbesitzer eines älteren Hauses hat und die sich jetzt gerade auftürmen, am Ende nicht zu groß werden.
Am vergangenen Wochenende war mein Sohn wieder bei mir. Gestern haben wir dann die drei oder vier Sonnenstrahlen für einen kurzen Spaziergang genutzt. Wir sind ein wenig durch mein Wohnviertel gelaufen, ohnehin eines der Problemvierte der Stadt und sozialer Brennpunkt. Wir liefen an Glassplittern, Absperrungen und Schmierereien vorbei, und ich habe mich gefragt, ob unsere Jugend heutzutage keine andere Möglichkeit mehr hat, sich zu beweisen, als durch das Zerstören von Bus-Wartehäuschen, Demolieren von Werbetafeln, Zerkratzen von Fensterscheiben und Beschmieren von Wänden? Was läuft da falsch in unserer Gesellschaft?